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Universitäts-Sternwarte München / Observatorium Wendelstein
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Aktuelles

Asteroid 2015 TB145 am 31.10.2015 vor Vorbeiflug an der Erde

6 MB HDTV: Asteroid_TB145_Wendelstein_2m_HDTV.mp4
65 MB HDTV: Asteroid_TB145_Wendelstein_2m_HDTV.mov
Der 3 sec Film zeigt den Asteroiden 2015 TB145 am 31.10.2015 knapp 14 Stunden vor seinem Vorbeiflug an der Erde. Der Asteroid wurde erst vor kurzem am 10. Oktober 2015 durch das Pan-STARRS Teleskop in Hawaii entdeckt. Er hat einen Durchmesser von etwa 400m und näherte sich der Erde um 18:00 MEZ bis auf etwa einen 1,3fachen Mondabstand an. Erst 2027 wird wieder ein vergleichbar grosser Asteroid (1999 AN10) der Erde noch näher kommen. Der Film besteht aus 29 Aufnahmen zu je 30 sec aufgenommen zwischen 3:32 und 3:59 Uhr und ist daher mit seinen 2,9 sec Länge ein 300facher Zeitraffer. Aufgenommen wurden die Einzelbilder von Christoph Ries mit der 64 Megapixel Weitfeld-Kamera des 2m-Fraunhofer-Teleskops am Wendelstein-Observatorium, nachbearbeitet von Arno Riffeser (Universitäts-Sternwarte München). Die Kamera folgt dem Asteroiden (Bildmitte), der sich selbst mit 126.000 km/h bewegt, weshalb die Sterne im Hintergrund als Strichspuren erscheinen. Obwohl das Teleskop eine riesige Brennweite von 16.000 mm besitzt, wird der Asteroid nur auf weniger als ein Pixel vergrössert, erscheint aber durch die Luftunruhe deutlich grösser. Die exakte Position des Asteroiden auf den Bildern vom Wendelstein wird von den Münchner Wissenschaftlern noch genauestens ausgewertet, um die exakte Bahn und um Unterschiede zu anderen Observatorien festzustellen. Diese Unterschiede kommen durch die verschiedenen Blickwinkel auf der Erde zustande und führen dazu, dass der Asteroid jeweils eine andere Position relativ zu den Hintergrundsternen hat (Parallaxe). Die Verschiebung ist umso grösser je näher das Objekt ist und erlaubt im Umkehrschluss eine genaue Messung der Distanz des Asteroiden.
Ein weiterer 2 sec Film aus 19 Aufnahmen mit durchfliegendem Asteroiden vor nachgeführten Sternen und 300fachen Zeitraffer.

Meteor: Perseiiden-Aufnahmen 12/13.8.2015 mit der Allsky-Kamera des Wendelstein Observatoriums

Die Aufnahmen der sogenannten Allsky-Kameras dienen eigentlichdazu, den Beobachter an den grossen Teleskopen anzeigen, ob der Himmel klar ist. Sie sind aber empfindlich genug, um hellere Sternschnuppen zu registrieren. Zwischen Mitternacht und Beginn der Daemmerung wurden 18 Sternschnuppen abgelichtet, die wahrscheinlich zum Perseiiden-Strom gehoeren. Die Aufnahme zeigt ein besonders helles Beispiel um 0:43 MESZ.

Partielle Sonnenfinsternis 2015 am Wendelstein Observatorium (20.3.2015)

Sonnenfinsternisbild vom Wendelstein Observatorium im roten Halpha Licht. Benutzt wurde der 20 cm Zeiss-Coronograph mit einem Baader Halpha Filter (abfotografiert durch das Okular). Durch die starke Vergrösserung sind nur ein Ausschnitt von Sonne und Mond sichtbar. Die Sonne zeigt sich aktiv mit mehreren grossen Protuberanzen die sich mehr als 50.000 km am Sonnenrand aufb&`uml;umen. Sonne und Mond scheinen gleich gross (ca. 0.5 Grad im Winkeldurchmesser), doch der Mond ist mit seinem Durchmesser von 3500 km nur 364.000 km (am 20.3.2015) entfernt, während die Sonne mit ihren 1,4 Mio. km Durchmesser weit dahinter in einer Entfernung von 150 Mio km liegt. Blick durchs Okular: Ausschnitt der Sonne im Halpha Licht mit Protuberanzen (Foto: Thiele) Sonne durch eine Sonnefinsternisbrille und gleichzeitig auf dem Projektionsschirm (Foto: Thiele) Veränderung der Sonnentrahlung in Watt pro Quadratmeter während der Sonnenfinsternis am 20.3.2015 am Wendelstein Observatorium.
Eine Serie im roten Halpha Licht (mit SW-Videokamera aufgenommen). Man sieht wie der Mond langsam die Protuberanzen verdeckt.
Film zur SoFi 2015 mit Fotos und Filmsequenzen vom Wendelstein Koronographen (Christoph Ries).




Examens-, Bachelor- und Masterabeiten im Rahmen des 2-Meter-Projektes





Der Standort Wendelstein

Das Wendelstein-Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der LMU befindet sich auf dem Gipfel des Wendelsteins, eines markanten, 1838 m hohen Berges in den bayerischen Alpen.

Wendelstein Observatorium im Jahr 2001

Geographische Koordinaten:   OBSERVATORIUM WENDELSTEIN
der Universitäts-Sternwarte München
83735 Bayrischzell
Telefon +49 8023 8198 0
Fax +49 8023 8198 29
Geographische Breite: 47° 42′ 13.1″ Nord
Geographische Länge: 12° 00′ 43.4″ Ost

Nur eine Autostunde (75 km) von München entfernt, läßt sich diese Forschungsstation leicht über eine Seilbahn oder eine Zahnradbahn erreichen, wobei der letzte Aufschwung zum Gipfel im Winter mit Hilfe eines 109 m hohen Berglifts zurückgelegt werden muß. Jahrzehntelang als weltweit bekanntes Sonnenobservatorium im Einsatz, dient diese Station seit 1988 ausschließlich der Beobachtung nächtlicher Himmelsobjekte. Hierfür wurde zunächst ein Spiegelteleskop mit 80 cm Öffnung installiert. Ausgerüstet mit high-tech Instrumenten war das Teleskop in jeder klaren Nacht bis ins Frühjahr 2008 zur Durchführung wissenschaftlicher Programme im Einsatz.
Im Jahr 2007 wurde ein 40 cm Teleskop installiert, ein 2 m Teleskop ist seit 2012 im Einsatz.





Meteorologische Bedingungen:

Bedingt durch die geographische Lage der Beobachtungsstation sind die meteorologischen Verhältnisse starken Schwankungen unterworfen. Einerseits können Schneehöhen von einem Meter und mehr von November bis April auftreten, andererseits können namentlich im Spätherbst und beginnendem Winter Inversionslagen für wochenlanges exzellentes Beobachtungswetter sorgen.




Inversionswetterlage, Blick nach Westen bei Sonnenuntergang

Verglichen mit sämtlichen Beobachtungsstationen in Deutschland bietet der Wendelstein hervorragende Beobachtungsbedingungen mit jährlich ca. 1350 klaren Nachtstunden (d.h. 120 Nächte mit weniger als 2/8 Bewölkung). Dies sind immerhin 75% der Beobachtungszeit, die Astronomen auf dem Calar Alto in Südspanien nutzen können. Von besonderer Bedeutung ist der Standort Wendelstein auch in Hinblick auf die Güte des Stern-Seeings (mittlere Ausdehnung eines Sternbildchens). Umfangreiche Messungen haben gezeigt, daß das Seeing am Observatorium Wendelstein ähnlich hervorragend ist wie auf den besten Observatorien weltweit (z.B. ESO La Silla und Paranal in Chile, Calar Alto in Spanien).




Beschreibung der aktiven Beobachtungsinstrumente:

Das 2 m Fraunhofer Spiegelteleskop

Seit dem September 2011 ist am Observatorium Wendelstein ein 2 m Teleskop installiert, das seit dem 13.11.2013 im routinemäßigen Betrieb, wenn auch noch in der finalen Erprobung, ist. Das Teleskop wurde von den Firmen Kayser-Threde GmbH (München) und Astelco System GmbH (Martinsried) geplant und errichtet und ist in einer Kuppel von 8.5 m Durchmesser der Firma Baader Planetarium (Mammendorf) aufgestellt. Die drei Spiegel wurden von der Firma Lytkarino Opical Glass Factory (LZOS, Moskau) hergestellt.

Das Teleskop ist ein Ritchey-Chrétien Teleskop mit einer freien Öffnung von 2.0 Metern und einem Öffnungsverhätnis von f/7.8. Das Licht wird durch eine steuerbaren dritten Planspiegel in sogenannte Nasmyth-Fokusstationen gelenkt, wo die wissenschaftlichen Instrumente (mit einem Gewicht von bis zu 350 kg und einem Gesichtsfeld von bis zu 0.7 Grad) installiert werden können. Eine Station ist mit einem dreilinsigen optischen Korrektor ausgerüstet, der eine flache Abbildung über 0.7 Grad sicherstellt. Die andere Fokalstation bedient wissenschaftliche Geräte, die mit einem kleinen Gesichtsfeld auskommen.

Das Teleskop kann vor Ort oder ferngesteuert werden.

Die wissenschaftlichen Instrumente werden an der Universitätssternwarte München entwickelt und gebaut:

  • WWFI,
  • 3KK,
  • VIRUS-W,
  • FOCES.



    Wendelstein 2 m Fraunhofer Teleskop der Telskopbaufirmen Kayser-Threde (München) und Astelco (Martinsried)
    mit installierter Weitfeld-CCD Kamera (links) und in Montage befindlicher 3-Kanal-Kamera (rechts).

    An dem einem Flansch des 2 m Teleskop (links im Bild) ist eine sogenannte Weitwinkelkamera (WWFI) zur Abbildung von wenigstens 0.5 Grad des Himmels (Vollmonddurchmesser) installiert und liefert zur Zeit sowohl Testdaten als auch wissenschaftliche Messergebnisse. Die Kamera WWFI basiert auf einem Mosaik von 4 CCDs (jeweils 4048 × 4048 pixel) der Firma e2v, die von der Firma Spectral Instruments (Tucson) in ein Detektor-System integriert wurden. Bis zu 14 verschiedene Filter können zusammen mit diesen elektronischen Detektoren verwendet werden.



    Aufnahme der Spiral-Galaxie NGC 891 (Andromeda) mit dem Wendelstein 2 m Fraunhofer Teleskops und seiner WWFI Kamera. Die Aufnahme wurde aus Einzelbelichtungen in den Filtern u′, g′, und r′ kombiniert und gibt in etwa den natürlichen Eindruck wieder. NGC 891 ist unserer Milchstraße relativ ähnlich, ist etwa 30 Mio. Lichtjahre von uns entfernt und wird ziemlich genau von der Kante gesehen. Dadurch wird die starke Abplattung der stellaren Scheibe sowie die Verteilung des interstellaren Staubes in Spiralgalaxien besonders deutlich hervorgehoben.

    Eine 3-Kanal-Kamera (3kk, optisch und nahes Infrarot) wird gerade in Betrieb genommen (rechts im Teleskopbild). Dieses Systeme verfuegt äber einen Infrarotdetektor WNIR (2048 * 2048 pixel zu je 0.24"/pixel) und zwei optische CCD Kameras jeweils mit 2048*2048 pixel zu je 0.2"/pixel. Die drei Kanäle können gleichzeitig Belichtungen durchführen. Jeder Kanal hat ein eigenes Filterrad (WNIR: Y J H K H2 Bracket-Gamma; Blauer CCD Kanal: u' g' r' OI630nm, H-alpha, SII-671nm; roter Kanal: i' z'), wobei die Strahlaufteilung mit Strahlteilerplatten erfolgt.

    Ein Spektrograph für hohe Auflösung ist im Labortestbetrieb, ein sogenannnter Feldspektrograph für mittlere Auflösungen ist zur Zeit noch an das McDonald Observatorium in Texas ausgeliehen und produziert dort bereits wissenschaftliche Daten.

    Das neue Teleskop mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten wird die kommenden wissenschaftlichen Projekte der Universitäts-Sternwarte München wesentlich unterstützen, insbesondere solche im Rahmen des Clusters der Exzellenzinitiative “Origin and Structure of the Universe” sowie in enger Abstimmung mit der Nutzung unseres Anteils am 9 m Hobby-Eberly Teleskop in Texas. Zur wissenschaftlichen Nutzung siehe auch Beobachtungsprogramme. Eine ausführlichere Beschreibung des Projektes ist in Sterne und Weltraum April 2008 auf Seite 18 erschienen. Detailierte Beschreibungen finden sich in der Veröffentlichungsliste des Observatoriums.

    Am Ende der Jahre 2013, 2014 und 2015 wurde aus den Aufnahmen des 2m Teleskops und seiner grossen CCD Kamera jeweils eine Aufnahmeserie ausgesucht, um ein sogenanntes Echtfarbenbild zu erstellen. 2013 wurde hierfuer die Nachbargalaxie M33 ausgewaehlt (links), 2014 der Perseus-Galaxien Haufen (Mitte), 2015 die in einer nahen Galaxien-Gruppe befindlichen Galaxien M65 und M66 (rechts). Das technische Verfahren ist genauso wie bei der oben gezeigten Aufnahme von NGC 891, alle drei Bilder benutzen aber das volle Gesichtsfeld der Kamera (etwa Vollmonddurchmesser).

    40 cm Teleskop

    Im Jahre 2007 wurde in der alten 3 m Kuppel ein 40 cm Cassegrain Teleskop der Firma Astelco installiert. Da die noch aus Zeiten der Sonnenüberwachung stammende 3 m Aluminium Kuppel trotz einiger Reparaturen und Ergänzungen nicht mehr in einen zuverlässigen Betrieb zu nehmen war und im Juli ein massiver Defekt auftrat, musste sie kurzfristig ersetzt werden. Eine neue 3.2 m Kuppel der Firma Baader konnte äußerst kurzfristig beschafft und montiert werden, um das Problem zu beheben. Das 40 cm Teleskop ist zur Zeit mit einer SBIG ST10 CCD Kamera mit den Filtern SDSS g′, r′ und i′ sowie Johnson B und V bestückt (weitere Filter verfügbar). Das Teleskop hat ein Öffnungverhältnis von f/8 bzw. einen Abbildungsmaßstab von 0.44″/pixel. Es ist “remote” aus dem Beobachtungsraum oder aus der Universitätssternwarte München steuerbar. Ein Fiberabgriff erlaubt es, dass Licht eines hellen Sternes in einen kleinen Spektrographen zu leiten (PSPEC). Dieser wird im Rahmen des Praktikums zur Einführung in die optische Spektroskopie genutzt.

    Das Teleskop wird zur Durchführung von Praktikumsaufgaben im Rahmen der Diplom- bzw. Masterausbildung der Studenten der LMU und zur Überwachung von Delta-Cepheii Sternen der Milchstrasse benutzt. Es unterstützt das 2 m Teleskop als sogenannter Extinktionsmonitor (d.h. es vermisst als Roboter die Durchsichtigkeit der Atmosphäre).

    Wendelstein 40 cm Teleskop in alter 3 m Kuppel Neue 3.2 m Kuppel Eine 7.5 minütige R-Band Belichtung des Kugelsternhaufens M15, die im Rahmen von Inbetriebnahmetests erhalten wurde. Die insgesamt 15 Einzelaufnehmen belegen das einwandfreie Funktionieren der Nachführung des neuen 40 cm Teleskops (Aufnahme vom 18.12.2007).

    20 cm Koronograph

    Dieser Spezialrefraktor der Firma Zeiss (Oberkochen) hat eine Öffnung von 20 cm und erlaubt die Beobachtung der Aktivität der Sonne (im Weißlicht, in Halpha, im Spektrum) sowie bei sehr günstigen Bedingungen die Beoachtung der Sonnenatmosphäre durch das Einsetzen spezieller mechanischer Blenden (künstliche Sonnenfinsternis, Koronographen-Prinzip). Das Gerät wird zu Ausbildungszwecken und zu Führungen eingesetzt.

    Sonnenkarten erstellt am Wendelstein zwischen 1947 und 1982 wurden unter Solar Data Services of the National Geophysical Data Center (Boulder) veröffentlicht. Sie basieren auf Aufnahmen der Photosphäre, der Chromosphäre, Integralaufnahmen, Halpha-Aufnahmen, Kgamma-Aufnahmen und Protuberanzen-Aufnahmen.

    (1) Protuberanzen mit künstlicher Sonnenfinsternis. Dabei wird die Sonne durch Einsetzen einer passende Kegelblende in den 20 cm Koronographen (Mitte) abgedeckt. (2) Ausschnitt als Beispiel für eine besonders große Protuberanz. (3) Das Teleskop in seiner Kuppel. (4) Beobachtung der Sonne im Lichte der Linie Halpha mit den Koronographen ohne Benutzung der Kegelblende. Sowohl die photosphärischen Aktivitäten (Flecken, Flares, etc.) als auch Protuberanzen am Rande wie vor der Sonnenscheibe (Filamente) sind mit dieser Technik sichtbar. Durch Bildbearbeitung wurde die Randverdunklung unterdrückt zur gleichzeitigen Darstellung der verschiedenen Phänomene.

    Aufnahmen mit einem Baader-Halpha Filter und einer Basler UK-1151 CCD Kamera am Koronographen. Links: Grosse Sonnefleckengruppe beobachtet am 27.10.2014, Mitte: Kleiner Sonnenfleck am 11.6.2014 nahe am Sonnenrand. Rechts: Protuberanzen und Sonnenfleck am Sonnenrand am 22.6.2014.

    Die linke Aufnahme zeigt die Aktivitätsregion AR 2192, die stärkste sei 2003 und ist vom 27. Oktober. Hier wurden etwa die zehn besten Bilder einer Serie mit 30 Aufnahmen gestackt und entsprechend bearbeitet, damit auch am Sonnenrand noch was zu sehen ist. Kurz vor der Aufnahmeserie hatte es übrigens in der Aktivitätsregion ein M6 Flare gegeben, die Reste davon, oder schon ein neues Flare kann man auf der Aufnahme gut erkennen, der Raum zwischen den beiden Flecken ist stellenweise weiss durch die Helligkeit des Flares. Am selben Tag gab es noch mindestens ein weiteres Flare dieser Fleckengruppe. Die Aufnahmeserie für dieses Bild entstand zwischen 12:04 und 12:11 UT (Foto und Text von Christoph Ries Am Wendelstein).

    Allsky Kameras

    Zwei sogenannte Allsky-Kameras (extreme Weitwinkel-Kameras sehr kurzer Brennweite) erlauben dem Beobachter die ständige Überwachung des Himmels auf Wolken etc, ohne dazu den Beobachterraum verlassen zu müssen. Sie erfassen auch helle Meteore, Feuekugeln und Sattelitenabstürze.

    Meteor: Aufnahme der Feuerkugel vom 15.3.2015 mit der Allsky-Kamera des Wendelstein Observatoriums

    Die zwei Aufnahmen zeigen den Nachthimmel am Wendelstein vor (20:41) und während (20:43) der Feuerkugel vom 15.3.2015. (zur Orientierung: N: oben, S: unten, O:links, W: rechts). Die Feuerkugelspur läuft von Nordwesten nach Suedwesten und verbreitert sich bis sie in den Wolken am Horizont verschwindet. Eine zweite sehr schwache Spur ist links daneben noch sichtbar. In beiden Bildern sieht man ganz rechts im Westen die sehr helle Venus mit ihren derzeit -4 Magnituden Helligkeit, was die sehr grosse Helligkeit der Feuerkugelspur daneben unterstreicht.



  • Beobachtungsprogramme

    Aufnahme des Perseus-Galaxien Haufens mit der grossen CCD Kamera des Wendelstein 2m Teleskops

    Diese Drei-Farben-Aufnahme aus ultraviolettem, grünem und rotem Licht zeigt das Zentrum des Perseus-Galaxienhaufens, der sich in einer Entfernung von etwa 230 Millionen Lichtjahren befindet. Grosse elliptische Galaxien, die in weisslich-gelben Licht leuchten und bis zu einigen Billionen sonnenähnlichen Sternen enthalten, dominieren das Zentrum des Haufens. Spiralgalaxien wie unsere Milchstrasse können dort aufgrund der starken Gezeitenkräfte kaum überleben. Würde man unsere Milchstrasse in den Perseus-Haufen versetzen, hätte sie in etwa die Grösse und das Aussehen der bläulichen Spiralgalaxie am oberen Bildrand links der Mitte. Die vielen punktförmigen Objekte, die sich gleichmässig über das Bild verteilen, sind überwiegend Vordergrundssterne unserer Milchstrasse; es finden sich darunter aber auch Galaxien mit bis zu 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung. Das Bildfeld hat etwa Vollmond-Durchmesser, was bei der Entfernung des Perseus-Haufens etwa 2 Millionen Lichtjahren entspricht. Die Aufnahme wurde mit der Weitfeld-Kamera des 2m Fraunhofer-Teleskops des Wendelstein-Observatoriums gewonnen. Die gesamte Belichtungszeit betrug 2.2 Stunden. (Für eine grosse Darstellung auf das Bild klicken).

    M33 mit dem 2m Teleskop

    Das neue Fraunhofer 2 m Teleskop des Observatoriums ist nunmehr im Probebetrieb zusammen mit seiner Weitwinkelkamera. Diese Weitwinkelkamera kann ein Gesichtsfeld von 0.5 Grad (entspricht dem Vollmond) auf einmal abbilden. Als eine der ersten wissenschaftlichen Aufnahme entstand dieses Bild der Spiralgalaxie M33. Es wurde in drei Filtern (ultraviolett, blau-grün und rot) insgesamt eine Stunde belichtet. M33 ist die dritte Spiralgalaxie der lokalen Gruppe und etwa 2.4 Million Lichtjahre von uns entfernt. In den Spiralarmen bilden sich noch immer neue Sterne. Die jungen, massereichen Sterne leuchten bläulich und regen das Gas in der Galaxie zu einem rötlich-violetten Leuchten an (sogenannte HII Regionen). Milliarden von sonnenähnlichen Sternen überlagern sich zu dem gelb-weißlichen Hintergrund, die dunklen Gebiete werden durch interstellaren Staub verursacht.

  • 2m-WWFI
    - Komastruktur des Kometen 67P
    - Transits von Exoplaneten
    - Veränderliche Quellen in der Andromeda- und der Triangulum-Galaxie (M31, M33)
    - Struktur von dominaten Galaxien in Galaxienhaufen
    - Photometrische Studien von Galaxienhaufenkandidaten des Planck-Satelliten

  • 40cm-ST10 und PSPEC
    - Extinktionsmonitor
    - Überwachung von Delta-Cep Sternen der Milchstrasse
    - Überwachung von veränderlichen roten Riesen in Kugelsternhaufen
    - Studentisches Praktikum

  • Studentenpraktikum am Wendelstein:
    alle Infos zum Praktikum
  • Bei allen Kategorien hatten Studenten die Möglichkeit, sich intensiv an Bau bzw. Handhabung moderner computergesteuerter Instrumente zu beteiligen und sich auszubilden. Im Rahmen dieser Tätigkeiten entstanden (bzw. entstehen) Bachelor-, Master- und Dissertationen.

    Die wissenschaftliche Ausbeute der Beobachtungen wurde außerdem in einer Vielzahl von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Darüber hinaus ist die Sternwarte auf dem Wendelstein für Wissenschaftler aus vielen Ländern eine begehrte Beobachtungsstation, die bisher häufig bei Simultan-Beobachtungen mit Satellitenteleskopen oder auch bei weltweiten Beobachtungskampagnen zum Einsatz kam. Gastwissenschaftler aus den USA, aus Schweden, Argentinien und China nutzten Beobachtungszeit am Wendelstein-Teleskop.




    Führungen am Observatorium Wendelstein

    Klicken Sie hier, wenn Sie sich für eine Führung am Observatorium Wendelstein interessieren.





    Personal:

    Prof. Ralf Bender Verantwortlicher Lehrstuhlinhaber
    Dr. Ulrich Hopp Direktor des Observatoriums
    Dr. Claus Gössl Mitverantwortlicher für Instrumenten Hard- und Software
    Dr. Frank Grupp Optisches Design
    Dipl.-Phys. Florian Lang Instrumentierung, Hard- und Software
    Dipl.-Geophys. Wolfgang Mitsch Technischer Leiter des Observatoriums
    Christoph Ries Service-Beobachter, Nachtassistent
    Dr. Arno Riffeser Organisation der Öffentlichkeitsarbeit, Beobachtungsbetrieb
    Michael Schmidt Service-Beobachter, Nachtassistent



    Universitäts-Sternwarte München / Observatorium Wendelstein
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    Last updated Nov 15 2013 by A. Riffeser arri@usm.lmu.de