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Das Wendelstein-Observatorium


Universitäts-Sternwarte München

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Universitäts-Sternwarte München / Observatorium Wendelstein
Scheinerstr. 1, D-81679 München, Deutschland
Telefon +49-89-2180-6001 Telefax +49-89-2180-6003 Internet: name@usm.uni-muenchen.de

Wendelsteingipfel, D-83735 Bayrischzell, Deutschland
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Aktuelles

Installation des 2m Fraunhofer Teleskops begonnen

Montierung in der Kuppel installiert (August 2011) Hauptspiegel beim Einbau in der Zelle mit dem 2.5 to Kuppelkran (September 2011)

Echtfarbendarstellung von Aufnahmen der Supernova SN 2011 fe in M 101 und des Kometen (C/2009 P1) mit dem 40 cm Wendelsteinteleskop und CCD Kamera

SN 2011fe in M101 am 26.9.2011 (B 7*100s r' 5*35s i' 5*50s) Komet C/2009 Garradd am 12.9.2011 (B 5*200s r' 5*120s i' 5*120s)

Aufnahmen der Supernova SN 2011 fe in M 101 mit dem 40 cm Wendelsteinteleskop und CCD Kamera (Falschfarbendarstellung!)

r-Band Aufnahme vom 26.08.2011 r-Band Aufnahme vom 31.08.2011 Lichtkurve der SN2011fe 25.8.-28.12.2011 im B- (blau) und r-Band (rot)


Examens-, Bachelor- und Masterabeiten im Rahmen des 2 Meter-Projektes (15.7.2010)

zur USM Seite für Instrumentierungs- und Beobachtungsprojekte


Der Standort Wendelstein

Das Wendelstein-Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der LMU befindet sich auf dem Gipfel des Wendelsteins, eines markanten, 1838 m hohen Berges in den bayerischen Alpen.

Wendelstein Observatorium im Jahr 2001

Geographische Koordinaten:    
OBSERVATORIUM WENDELSTEIN
der Universitäts-Sternwarte München
83735 Bayrischzell
Telefon (0049 8023) 81980
Fax (0049 8023) 819829
Geographische Breite: 47o 42' 13.1" Nord
Geographische Länge: 12o 00' 43.4" Ost

Nur eine Autostunde (75 km) von München entfernt, läßt sich diese Forschungsstation leicht über eine Seilbahn oder eine Zahnradbahn erreichen, wobei der letzte Aufschwung zum Gipfel im Winter mit Hilfe eines 109 m hohen Berglifts zurückgelegt werden muß. Jahrzehntelang als weltweit bekanntes Sonnenobservatorium im Einsatz, dient diese Station seit 1988 ausschließlich der Beobachtung nächtlicher Himmelsobjekte. Hierfür wurde zunächst ein Spiegelteleskop mit 80 cm Öffnung installiert. Ausgerüstet mit high-tech Instrumenten war das Teleskop in jeder klaren Nacht bis ins Frühjahr 2008 zur Durchführung wissenschaftlicher Programme im Einsatz.
Im Jahr 2007 wurde ein 40 cm Teleskop installiert, ein 2 m Teleskop soll bald folgen.





Meteorologische Bedingungen:

Bedingt durch die geographische Lage der Beobachtungsstation sind die meteorologischen Verhältnisse starken Schwankungen unterworfen. Einerseits können Schneehöhen von einem Meter und mehr von November bis April auftreten, andererseits können namentlich im Spätherbst und beginnendem Winter Inversionslagen für wochenlanges exzellentes Beobachtungswetter sorgen.




Inversionswetterlage, Blick nach Westen bei Sonnenuntergang

Verglichen mit sämtlichen Beobachtungsstationen in Deutschland bietet der Wendelstein hervorragende Beobachtungsbedingungen mit jährlich ca. 1350 klaren Nachtstunden (d.h. 120 Nächte mit weniger als 2/8 Bewölkung). Dies sind immerhin 75% der Beobachtungszeit, die Astronomen auf dem Calar Alto in Südspanien nutzen können. Von besonderer Bedeutung ist der Standort Wendelstein auch in Hinblick auf die Güte des Stern-Seeings (mittlere Ausdehnung eines Sternbildchens). Umfangreiche Messungen haben gezeigt, daß das Seeing am Observatorium Wendelstein ähnlich hervorragend ist wie auf den besten Observatorien weltweit (z.B. ESO La Silla und Paranal in Chile, Calar Alto in Spanien).




Beschreibung der aktiven Beobachtungsinstrumente:

40 cm Teleskop

Im Jahre 2007 wurde in der alten 3 m Kuppel ein 40 cm Cassegrain Teleskop der Firma ASTELCO installiert. Da die noch aus Zeiten der Sonnenüberwachung stammende 3 m Aluminium Kuppel trotz einiger Reparaturen und Ergänzungen nicht mehr in einen zuverlässigen Betrieb zu nehmen war und im Juli ein massiver Defekt auftrat, musste sie kurzfristig ersetzt werden. Eine neue 3.2 m Kuppel der Firma Baader konnte äusserst kurzfristig beschafft und montiert werden, um das Problem zu beheben. Das 40 cm Teleskop ist zur Zeit mit einer SBIG ST10 CCD Kamera mit den Filtern SDSS g', r' und i' sowie Johnson B und V bestückt (weitere Filter verfügbar). Das Teleskop hat ein Öffnungverhältnis von f/8 bzw. einen Abbildungsmaßstab von 0.44''/pixel. Es ist 'remote' aus dem neuen Beobachtungsraum steuerbar.

Das Teleskop wird - insbesondere während der Bauarbeiten für das neue 2 m Teleskop, in der das 80 cm Teleskop nicht mehr verfügbar ist - zur Durchführung von Praktikumsaufgaben im Rahmen der Diplom- bzw. Masterausbildung der Studenten der LMU und zur Überwachung der Andromedagalaxie auf Novae benötigt. Mittelfristig wird es das neue 2 m Teleskop als sogenannter Extinktionsmonitor unterstützen (d.h. nahezu ständig und als Roboter die Durchsichtigkeit der Atmosphäre vermessen).

Wendelstein 40 cm Teleskop in alter 3 m Kuppel Neue 3.2 m Kuppel Eine 7.5 minütige R-Band Belichtung des Kugelsternhaufens M15, die im Rahmen von Inbetriebnahmetests erhalten wurde. Die insgesamt 15 Einzelaufnehmen belegen das einwandfreie Funktionieren der Nachführung des neuen 40 cm Teleskops (Aufnahme vom 18.12.2007).



Der Beobachterraum des 40 cm Teleskopes

Hier sind auch eine Reihe von Monitoren installiert, die erlauben, den Teleskop-Status und die Teleskopbewegungen zu kontrollieren, die meteorologischen Bedingungen zu überprüfen und das Bildfeld einer CCD-Sucherkamera darzustellen. Auch die Domöffnung wird automatisch der Stellung des Fernrohrs nachgeführt. Eine im Dom installierte Klimaanlage kühlt das Teleskop auf die in der jeweils folgenden Nacht zu erwartenden Temperatur, sodaß Dom- und Teleskop-Seeingeffekte weitgehend eliminiert werden können.

20 cm Koronograph

Dieser Spezialrefraktor der Firma Zeiss (Oberkochen) hat eine Öffnung von 20 cm und erlaubt die Beobachtung der Aktivität der Sonne (im Weisslicht, in Halpha, im Spektrum) sowie bei sehr günstigen Bedingungen die Beoachtung der Sonnenatmosphäre durch das Einsetzen spezieller mechanischer Blenden (künstliche Sonnenfinsternis, Koronographen-Prinzip). Das Gerät wird zu Ausbildungszwecken und zu Führungen eingesetzt.

Sonnenkarten erstellt am Wendelstein zwichen 1947 und 1982 wurden unter Solar Data Services of the National Geophysical Data Center (Boulder) veröffentlicht. Sie basieren auf Aufnahmen der Photosphäre, der Chromosphäre, Integralaufnahmen, Halpha-Aufnahmen, Kgamma-Aufnahmen und Protuberanzen-Aufnahmen.

(1) Protuberanzen mit künstlicher Sonnenfinsternis. Dabei wird die Sonne durch Einsetzen einer passende Kegelblende in den 20 cm Koronographen (Mitte) abgedeckt. (2) Ausschnitt als Beispiel fuer eine besonders grosse Protuberanz. (3) Das Teleskop in seiner Kuppel. (4) Beobachtung der Sonne im Lichte der Linie Halpha mit den Koronographen ohne Benutzung der Kegelblende. Sowohl die photosphaerischen Aktivitaeten (Flecken, Flares, ...) als auch Protuberanzen am Rande wie vor der Sonnenscheibe (Filamente) sind mit dieser Technik sichtbar. Durch Bildbearbeitung wurde die Randverdunklung unterdrueckt zur gleichzeitigen Darstellung der verschiedenen Phenomaene.

Die Zukunft - ein Teleskop der 2 m Klasse für den Wendelstein

Das Institut betreibt zur Zeit den Aufbau eines Teleskops der 2 m Klasse, welches das aus dem Jahr 1987 stammende alte 80 cm Teleskop ersetzen soll und als die zentrale Beobachtungsplattform der Universitätssternwarte München dienen wird (Entwurfskonzept).

Das neue Teleskop soll eine sogenannte Weitwinkelkamera zur Abbildung von wenigstens 0.5 Grad des Himmels (Vollmonddurchmesser) sowie eine Mehrkanalkamera (optisch und nahes Infrarot) und Spektrographen für mittlere bis hohe Auflösung bekommen, um die kommenden wissenschaftlichen Projekte der Universitäts-Sternwarte München zu unterstützen, insbesondere solche im Rahmen des Clusters der Excellenzinitiative "Origin and Structure of the Universe" sowie in enger Abstimmung mit der Nutzung unseres Anteils am 9 m Hobby-Eberly Teleskop in Texas. Eine ausführlichere Beschreibung des Projektes ist in Sterne und Weltraum April 2008 auf Seite 18 erschienen.



Design-Zeichnung des Wendelstein 2m Teleskops der Telskopbaufirmen Kayser-Threde (München) und Astelco (Martinsried)



Beobachtungsprogramme

Die bisherige Nutzung des 0.8m Teleskops auf dem Wendelstein läßt sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Eigenständige Beobachtungen:
    Suche nach Kandidaten für Dunkle Materie mittels Gravitationslinseneffekt (Pixellensing in M31)( WeCAPP Projekt; Entdeckung und Beobachtung von Variablen Sternen in Zwerggalaxien der Lokalen Gruppe; Suche nach extrasolaren Planeten mittels Sternbedeckungen; Gravitationslinsenabbildung von Quasaren durch Vordergrund-Galaxien; Untersuchung der Eigenschaften von Kometenkernen; Langzeitbeobachtungen enger, masseaustauschender Doppelsterne (Kataklysmische Veränderliche); Verhalten von Flaresternen in verschiedenen Aktivitätszuständen.

  • Unterstützende Beobachtungen:
    Photometrische Parallelbeobachtungen von kataklysmischen Veränderlichen zu Beobachtungen am Calar Alto 3.5m Teleskop, La Silla 3.6m Teleskop, Hubble-Space-Telescope und ROSAT/RXTE Röntgensatelliten; Parallelbeobachtungen zum Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy auf Jupiter; Strukturanalyse naher Galaxien; Beobachtung aktuellster Ereignisse wie Supernovae und Gamma Ray Bursts.

  • Instrumentenentwicklung und -tests:
    Am Wendelstein-Teleskop wurden folgende Geräte entwickelt: CCD-Kamera MONICA, Hochgeschwindigkeits-Mehrkanal-Spektral-Photometer MEKASPEK, Mehrkanal-UBVRI Photometer MCCP. Des Weiteren wurde der für das Calar Alto Observatorium (Spanien) entwickelte hochauflösende Echelle-Spektrograph FOCES am 0.8m Teleskop auf dem Wendelstein getestet.
    Die Entwicklung und der Bau einer neuen Zweikanal CCD-Kamera für den Einsatz am Observatorium Wendelstein wurde im Frühjahr 2008 abgeschlossen. Die "2KK" konnte noch erfolgreich am 80 cm Teleskop getestet werden. Entwicklung und Bau der neuen Instrumente des 2m Teleskops: Der WWFI (CCD wide field imager), 3kk (Kamera mit blauen und roten CCD-Kanal sowie NIR Kanal) und VIRUSW (Feldspektrograph fuer die Beobachtung von Geschwindigsfeldern in nahen Galaxien). Ferner Modernisierung des Spektrographen FOCES fuer den Einsatz am Wendelstein.

  • Studentenpraktikum am Wendelstein:
    alle Infos zum Praktikum

Bei allen Kategorien hatten Studenten die Möglichkeit, sich intensiv an Bau bzw. Handhabung moderner computergesteuerter Instrumente zu beteiligen und sich auszubilden. Im Rahmen dieser Tätigkeiten entstanden (bzw. entstehen) Master-, Bachelor bzw. Diplomarbeiten (Diplom Physik) und Dissertationen. Die wissenschaftliche Ausbeute der Beobachtungen wurde außerdem in einer Vielzahl von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Darüber hinaus ist die Sternwarte auf dem Wendelstein für Wissenschaftler aus vielen Ländern eine begehrte Beobachtungsstation, die bisher häufig bei Simultan-Beobachtungen mit Satellitenteleskopen oder auch bei weltweiten Beobachtungskampagnen zum Einsatz kam. Gastwissenschaftler aus den USA, aus Schweden, Argentinien und China nutzten Beobachtungszeit am Wendelstein-Teleskop.




Führungen am Observatorium Wendelstein:

Der Wendelsteingipfel mit seinem Observatorium ist seit jeher ein Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Besuchern aus Regionen weit über Bayern hinaus.

Wir befinden uns seit April 2008 in einer grossen Umbauphase am Observatorium Wendelstein - bis 2011 wird ein hochmodernes 2 m Teleskop am Wendelstein errichtet. Das alte 80 cm Teleskop wurde abgebaut und die Baustelle ist abgesperrt. Daher können in den Jahren 2008 bis 2011 leider keine öffentlichen Führungen am Observatorium Wendelstein stattfinden.

Führungen für die breite Öffentlichkeit (ab 2012):

Jeden Freitag von 01. Juni bis 30. September, jeweils 14:00 und 15:00
ausschliesslich nach Voranmeldung unter 089 2180 5973 (AB) (Dr. A. Riffeser) oder unter arri@usm.lmu.de, spaetestens zwei Woche vor dem gewuenschten Termin.

Die Fürungen finden nur bei guter Witterung statt, wenn der 'Gipfelweg' begehbar ist.

Anmerkung:
Das Wendelstein-Observatorium ist keine öffentliche Volkssternwarte, sondern ein wissenschaftliches Institut, an dem Forschung betrieben wird. Deshalb werden hier auch keine Nachtführungen veranstaltet, da diese Zeit ausschließlich den Forschungsarbeiten der Universität München vorbehalten ist.


Dauer der Führungen:
ca. 50 min

Personenzahl:
Aus Platz- und Sicherheitsgründen können nur Gruppen ab 5 bis max. 20 Personen durch die Sternwarte geführt werden.

Kosten:
Die Führungen sind kostenlos, jedoch sind Spenden (z.B. 5.-EUR / Person) an den gemeinnützigen Verein Freundeskreis Universitäts-Sternwarte München/Observatorium Wendelstein sehr willkommen (KNr 659505355 HypoVereinsbank BLZ 70020270).





Personal:

Prof. Ralf Bender Verantwortlicher Lehrstuhlinhaber
Dr. Ulrich Hopp Direktor des Observatoriums
Dr. Claus Gössl Mitverantwortlicher für Instrumenten Hard- und Software
Dr. Frank Grupp Optisches Design
Dipl.-Phys. Florian Lang Instrumentierung, Hard- und Software
Dipl.-Geophys. Wolfgang Mitsch Technischer Leiter des Observatoriums
Christoph Ries Service-Beobachter, Nachtassistent
Dr. Arno Riffeser Organisation der Öffentlichkeitsarbeit, Beobachtungsbetrieb
Michael Schmidt Service-Beobachter, Nachtassistent




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Last updated January 21 2011 by Ulrich Hopp webmaster@usm.uni-muenchen.de